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Eine technische Meisterleistung

Ein ausgeklügeltes System, das bis heute Bestand hat

Das 162 Meter lange Bauwerk beeindruckt nicht nur durch seine Funktion, sondern auch durch seine solide Bauweise. Auf einem massiven Unterbau aus Beton und Naturstein ruhen bewegliche Verschlusselemente – sogenannte Schütztafeln – die mit über 300 Tafeln präzise gesteuert werden können. Das Öffnen oder Schließen des Wehrs erfolgt noch heute über ein raffiniertes Hebesystem mit Ketten, Winden und Losständern – eine hochinnovative Technik ihrer Zeit, die bis heute zuverlässig arbeitet. 

Der 21 Kilometer lange Umflutkanal, in den das Wehr das Wasser leitet, wurde sanft in die Landschaft integriert. Breite Deiche, natürliche Höhenzüge und schonende Uferführung sorgen dafür, dass fruchtbarer Boden geschützt bleibt. In hochwasserfreien Zeiten wird das Gebiet sogar landwirtschaftlich genutzt – ein gelungenes Beispiel für nachhaltige Planung. 

Ein Bollwerk gegen die Flut – und ein Denkmal des Ingenieurgeistes

Pretziener Wehr geöffnet

Technische Details

WEHR

Länge: 163 m

Breite: 7,5 m

Höhe: 3,7 m

9 Joche mit jeweils 36 Wehrtafeln

Nutzbare Durchflußbreite: 112,95 m

WEHRTAFELN

Gesamtanzahl: 324 Wehrtafeln

Höhe: 0,83 m 

Breite: 1,31 m 

Gewicht: 100 kg

Bedienung durch Motor- und Handwinden auf Windenwagen

Wie funktioniert das Pretziener Wehr?

  • Das Pretziener Wehr bei Magdeburg ist ein wichtiger Schutz vor Hochwasser an der Elbe. Bei starkem Hochwasser wird es geöffnet, damit ein Teil des Wassers über einen Umflutkanal an Städten wie Magdeburg und Schönebeck vorbeigeleitet wird. So werden diese Gebiete vor Überschwemmungen geschützt. 
  • Das Wehr besteht aus beweglichen Teilen, sogenannten Schütztafeln, die das Wasser zurückhalten. Wenn Hochwasser droht, werden diese Tafeln nach oben gezogen und das Wasser fließt durch das geöffnete Wehr in den Umflutkanal. 
  • Der Kanal ist breit und gerade gebaut, damit das Wasser schnell abfließen kann. Bei niedrigem Wasserstand bleibt das Wehr geschlossen. Dann sorgt es dafür, dass die Elbe tief genug für Schiffe bleibt. 
  • Seit 1875 schützt das Pretziener Wehr zuverlässig viele Menschen und Dörfer in der Elbniederung vor Hochwasserschäden – und hilft gleichzeitig der Schifffahrt bei Niedrigwasser.